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Telecaster Bass - Fenders allererstes Reissue-Modell
Die Geschichte der "modernen" elektrischen Bassgitarre begann 1951 mit Leo Fenders großem Wurf, dem Precision Bass, einem kantigen Stück Esche mit einteiligem Ahornhals und einem (zur damaligen Zeit) Lautsprechertötendem Single-Coil-Tonabnehmer. Der Fenderologe spricht hier von der sog. Version 1 oder vom Ur-Precision. Zur Ergänzung: Der Precisionbass Version 2 (ab 1954) sah im Prinzip genauso aus, hat aber von der Stratocaster Gitarre (ebenfalls ein großer Wurf - nach der Telecaster-Klampfe) die sinnvollen, weil bequemen Korpusfräsungen für Armauflage und Bierbauch übernommen. 1957 gab es dann die endgültige Version 3 - der Precisionbass, wie man ihn üblicher Weise kennt: große Kopfplatte, Split-Coil-Pickup, neues Pickguard. Ein bis heute absolutes Erfolgsmodell - nicht nur für Fender, sondern für die gesamte Basswelt. Zeitsprung: 1968 - Leo Fender hatte seine Firma längst an den CBS-Konzern verkauft - folgte man dem (vermeintlichen?) Wunsch vieler Bassisten, die den Ur-Precision wieder haben wollten. Man muss dabei berücksichtigen, dass die Precisionbässe der ersten Jahre natürlich in recht geringen Stückzahlen produziert wurden und Gebrauchtmodelle nicht einfach zu finden waren. Damit wurde das erste Reissue-Modell der Fa. Fender geboren (unendlich viele weitere sollten folgen - ein Trend, der ungebrochen bis heute anhält). Vermutlich aus marketingtechnischen Gründen (vielleicht auch, um Verwechselungen mit dem Erfolgsmodell "Precision Bass" zu vermeiden) entschied man sich für den Namen Telecaster Bass. Das ist nicht ganz unlogisch, da der Ur-Precision sich in vielen Konstruktions- und Designelementen an die schon damals existierende Telecaster Gitarre anlehnte. Viele Bassisten kennen den Ur-Preci daher oft nur als Telecaster-Bass (wer kann's ihnen verdenken?) 1972 war übrigens Schluss mit dem Ur-Preci als Telebass: der Telecaster Bass wurde da nämlich radikal verändert, sichbar durch den neuen Pickup, der sicher durch diverse Gibsonmodelle beeinflusst wurde: ein fetter Humbucker direkt am Halsende positioniert. Darüber hinaus ist der Telecaster Bass das erste Fender-Instrument mit der (später berüchtigten) 3-Punkt Halsverschraubung! Wir kennen das von Jazzbässen oder Strats. Der Telebass war das erste Opfer. Mein Telecaster Bass ist nachweisbar von 1968. Der Originallack wurde entfernt ("gestripped"), der Schriftzug THE LORD IS GOD (vermutlich mit dem Lötkolben) aufgebracht und anschliessend mit Klarlack überzogen. Derartige Instrumente ziehen mich magisch an (und sind aus Sammlersicht wertlos, daher günstiger zu bekommen). Abgesehen von der "Korpusverschönerung" ist der Telebass, der logischerweise den Namen Lordi erhielt, absolut original (einschl. Potis, die mit 1966 datiert werden können). Nun gut: das Pickguard (ich habe einen Preci-Pickguard-Nachbau drauf) und die originale Stegabdeckung sind nicht mehr vorhanden. Telecasterbässe sind i.d.R. ziemlich schwere Instrumente. Mein Lordi ist mit seinen 4,4 Kg noch einer der leichteren. Der Hals hat im oberen Bereich eine leichte "Schanze", was -je nach Saitenlage und Anschlag- zum scheppern führen kann (aber wer dudelt schon da oben rum?). Die Original-Potis funktionierte leider nicht mehr 100% zuverlässig. Daher habe ich sie ausgetauscht mit CTS-Potis und einem Orange-Drop Kondensator. Man will so ein Instrument ja auch mal spielen! Nachtrag: über den Jahreswechsel 2010/2011 hat Lordi neue Bünde bekommen, die unter Beibehaltung des originalen Halslacks perfekt abgerichtet wurden (wobei das nicht ganz gerade "Griffbrett" natürlich berücksichtigt werden musste). Wie immer, wurden diese Arbeiten perfekt und In Time von meinem Kollegen Oliver aus Freiburg (Bassklinik) erledigt. |